Zwischen Oben und Unten

Hallo aus Australien!

Auch schon gehört, dass einen das Reisen weiterbringt? Zumindest hat es in mir einige Gedanken geweckt und ich habe bereits einige Texte verfassen müssen (vom Textgeist getrieben, wie immer!). Ein grosses Thema in meinem Leben ist die Ambiguität (Mehrartigkeit) unseres Daseins. Instagram spielt eine wichtige Rolle, denn immer mehr sprechen mich eher negativ auf die Oberflächlichkeit dieser Welt an. Doch vielleicht hat gerade die Oberfläche auch Vorteile und wird als Gegenpol für die Tiefsinnigkeit zum Ausgleich benötigt? Muss ich wirklich jeden einzelnen Moment für mich selbst behalten, damit er Tiefe beanspruchen darf? Oder können Mitmenschen einen Mehrwert aus meiner Weltansicht ziehen? Hier ist der zugegebenermassen ziemlich «random» Text dazu.

Heutzutage scheint das Reisen ganz kommun und alltäglich zu sein, jeder kann es sich leisten und die Mittel und Wege sind einfach zugänglich geworden. Laut Instagram sollte man sich sogar gezwungen fühlen, in die Ferne auszureissen und tolle Bilder zu schiessen, schliesslich muss man mithalten können. Doch wie es bei vielen Trends der Fall ist, vergisst man oft die tiefere Bedeutung eines Lifestyles. Wie ein Eisläufer kratzt man zwar kunstvoll an der Oberfläche eines gefrorenen Sees, bewundernde Blicke der Zuschauer treiben einen an, jedoch bleibt einem die darunterliegende Welt verborgen. Kein Wunder, es ist einfacher, leichtfüssig auf dem Eis zu tanzen anstatt sich in die kalten, dumpfen Tiefen des Wassers zu wagen. Die Frage stellt sich natürlich, weshalb sich einer die Qual des auf-den-Grund-gehens antun sollte, wenn der Nutzen der Kunst am Tageslicht doch so viel grösser scheint. Auch ich finde grundsätzlich nichts Verwerfliches dabei, das Leben manchmal einfach Kopflos zu geniessen und zu tanzen. Aber geht dabei nicht die bewusste Erfahrung und Weiterentwicklung verloren?

Beide Arten, auf das Leben zuzugehen, haben ihre Berechtigung. Die eine scheint mir sehr mutig, aber zäh; die andere unbeschwert, jedoch unreflektiert. Wer sein Leben in der Tiefe des Wassers verbringt, bewegt sich auf dem Grund des eigenen Bewusstseins und hat Zugang zu Welten, die sich stetig neu erschaffen. Wer sein Leben wiederum schwerelos lebt, verpasst Chancen, sich selbst wirklich kennenzulernen und grossartiges Wachstum zu erleben. Der Taucher, der es wagt, seine Welt nach oben zu tragen und anderen Menschen zugänglich zu machen, wird die Umstehenden mit einem ganz einzigartigen Tanz auf dem Eis in den Bann ziehen. Das eigene Wachstum zu teilen, die eigene Persönlichkeit mit allen Emotionen auszuleben und nach oben zu tragen bewegt die Welt wirklich, während das Zurückziehen in die Unterwelt die neu gewonnene schöpferische Kraft nicht aktiviert. Der Tänzer wiederum, der es wagt, sich dem dunklen Wasser zu stellen, wird plötzlich neue Kreise ziehen und die Stille Unterwasser als Ausgleich geniessen.

Diese Wechselwirkung von Tiefgründigkeit und Leichtfüssigkeit macht den Menschen im Spannungsfeld zwischen Unten und Oben aus. Ich habe beide Extreme in meinem Leben und finde das Wechselspiel dieser beiden Pole hochinteressant, denn ich mag es, mich in der Spannung kreativ auszuleben. So gehören erlebten Momente in meiner Welt immer zwei Seiten. Einerseits teile ich sie auf Instagram, der Oberfläche, um mein Leben «auszustellen»; bzw. meine Art, die Welt zu sehen, zu teilen. Andererseits habe ich mich schon an Orte in mir selbst begeben, die es mir ermöglichen, Momente auf tiefe Art und Weise zu erleben und aus den Lektionen des Lebens zu wachsen. Meine Einstellung ist es daher, Momente an der Oberfläche mitzuteilen, jedoch mit Inhalt zu verbinden, der authentisch ist und meiner Weltansicht entspricht – in der Hoffnung, anderen meine Perspektive aufzuzeigen.

Hier ein kleiner Moment aus meiner Welt:)

Eure Andrea

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