Intelligenter Optimismus

Ich habe meine erste Prüfung nicht bestanden – und das an der Uni. Doch dem Ärgernis sei Einhalt geboten, denn verloren habe ich nicht, sondern an einer weiteren Lektion des Lebens teilgenommen.

Einem negativen Ereignis etwas Positives abgewinnen – dafür spricht viel, viele falsche und wenige hilfreiche Gründe. „Scheinheiliger Optimismus“ nennt sich das, wer seinen vorgegaukelten Optimismus zu allen rausposaunt, nur um sich, sobald zu Hause die Tür ins Schloss fällt, selbst zu bemitleiden. Denn nur vorzugeben, man werde mit einem Säbelstich ins Herz ganz leicht fertig, liegt eher am Stolz als an wahrhaftiger Zuversicht. Niemand fühlt sich dadurch besser, nicht einmal du.

Schade eigentlich. Denn wer sich Zeit lässt, seine Situation erst zu analysieren und dann erst darüber zu sprechen, könnte auf ziemlich faszinierende Gedanken kommen! So lässt sich nämlich das wahrhaft Positive an einer Sache herausschälen. Das Beispiel einer Prüfung ist sehr passend: Angenommen, du rasselst wie ich durch einen Test durch. Entweder, du legst das Blatt aus der Hand und kümmerst dich um deine Zukunft, lernst aber nichts aus der Situation und verdrängst die damit verbundene Lektion – oder du nimmst dir die Zeit, willst einfach wissen, was du falsch gemacht hast. Es muss doch irgendeinen Grund geben, weshalb du nicht bestanden hast. Vielleicht steckt ja ein Prinzip dahinter, dass dir beim nächsten Mal weiterhilft, du findest eines und hast nun jeden Grund, mit Zuversicht weiterzugehen. Denn sie ist nicht nur vorgespielt, sondern verinnerlicht, du kannst deine Erfolgsaussichten an etwas festmachen.

Ich habe also mein Resultat erfahren und wusste erst gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Sofort sah ich den enormen Haufen an Arbeit vor mir liegen, den ich in den Semesterferien nun zusätzlich zu bewältigen habe. Erst am Abend hatte ich wieder meinen Gest beisammen und machte mir Gedanken, wofür diese Lektion des Lebens denn stehe. Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass nichts ohne Grund geschieht… Und den Grund habe ich für mich gefunden, weshalb es so gekommen ist: Nun kann ich es anderen Menschen wirklich nachfühlen, wenn sie eine Prüfung nicht bestehen. Ich durfte meine wahre Empathie ausweiten –  wenn das kein Grund ist, eine nicht-bestandene Prüfung als positive Lektion zu betrachten?

Negative Ereignisse sind also Lektionen und niemals für nichts. Wer sich traut, diese zu bestehen, gewinnt an Fähigkeiten dazu. Luftleere Zuversicht aber, um anderen Eindruck zu schinden, vergeuden sie.

In diesem Sinne: Niemals aufgeben, immer nach der Lektion fragen.

Eure Andrea:)

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