Von Extremen und Kontrasten: Buli(Mia)

Für diejenigen, die Bulimie vielleicht abstösst, sie aber trotzdem verstehen wollen. Und vor allem für diejenigen, die sie selbst kennen.

Was viele nicht wissen, aber prägender Teil meiner «fitness-journey» ist: Die Bulimie, liebevoll «Mia» genannt, hat mich jahrelang begleitet. Inzwischen bin ich an einem anderen Punkt, jedoch besucht mich diese gute alte Freundin auch heute in seltenen Fällen noch. Ob ich sie jemals zu 100% loswerden, frage ich mich – aber so, wie es mir jetzt geht, würde ich mich seit 3 Jahren als geheilt bezeichnen.

Ich habe mich nie gross zu «Mia» geäussert, auch wenn ich weiss, dass viele (!) mit einem gestörten Essverhalten kämpfen. Gerade das Binge-eating ist ein naher Verwandter der Mia und betrifft in der Fitnessszene viele. Nun möchte ich aber diese «Krankheit, über die niemand spricht» aus der Schweigespirale hinausheben. Ja, Bulimie ist eine unschöne Krankheit und bringt einen in Situationen, die ich im Nachhinein wirklich als menschenunwürdig betrachte. Das Schlimmste daran ist, dass man sich selbst an diesen Punkt bringt – und zwar immer und immer wieder. Wer spricht schon gerne über seine eigenen Schwächen, und vor allem dann, wenn sie sich so extrem äussern?

Kein Leben ohne Mia

Als Aussenstehender kann man sich unmöglich vorstellen, wie sich so ein Essanfall und das Erbrechen anfühlt. Ich will es euch erklären: Unbestimmtes Unbehagen beim Aufstehen, kein Blick in den Spiegel, möglichst kleine Bewegungen, damit ich meinen Körper nicht spüre. Es fühlt sich alles taub an, schlimmer als Schmerz und nur Schmerz kann mich aufwecken. Obwohl ich keinen Hunger habe und bereits Blut spucke, gehe ich mechanisch zum Schrank und plane, wie ich heute essen sollte, um ein möglichst angenehmes Erbrechen zu ermöglichen: Einen Boden mit normalem Essen legen, heisses Wasser trinken und einen neutralisierenden Joghurt hinterher essen, damit die Masse meine Speiseröhre nicht noch mehr aufkratzt. Der Magen ist aber erst halbvoll, Erbrechen lohnt sich noch nicht – also weiter, weiter, weiter, bis ich kaum mehr atmen kann. Dann endlich erlösen: Der Magen fühlt sich leerer an, als beim Aufstehen, leerer noch, als die Taubheit. Diese neue, selbst herbeigeführte Taubheit gibt mir das Gefühl von genügend Kontrolle, um den Tag durchzustehen. Die Leere ist jedes Mal ein Neubeginn. Bis die Taubheit wieder an die Tür klopft. Und die Taubheit wieder nach Leere verlangt.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie ich es damals oft erlebt habe. Natürlich sehen die Anfälle immer anders aus, das Erbrechen fühlt sich mal so, mal so an und auch die Beweggründe sind jeweils ganz unterschiedlich. Bulimie hat nicht nur mit «sich nicht zähmen können» zu tun, denn es war mir oft ganz egal, was ich esse – Hauptsache, der Magen war voll. Für mich ging es nur anfangs darum, essen zu können, was ich wollte, ohne zuzunehmen (eine Illusion), doch irgendwann brauchte ich das Gefühl des Erbrechens. Und genau das war der Moment, in dem ich mein Instrument zu meiner Krankheit gemacht habe.

Sich ohne Erbrechen in Einklang bringen

Beim Erbrechen geht es um Kontrast – übervoll zu leer, wie die Superkompensation im Training. Es bildet eine Brücke zwischen zwei Extremen, die jedoch mit Schmerz und Zwang verbunden ist. Heute bemerke ich diesen Bedarf nach «Kontrast in Einklang bringen» und kann ihn einordnen, denn ich selbst habe extreme Seiten in mir. Dazu bedarf ich aber nicht mehr des Schmerzes, sondern lebe die Seiten möglichst aus und habe weniger destruktive Brücken gefunden: Training, Lernen, Meditation und, das wichtigste, die Liebe. Sich eine Umgebung zu schaffen, die Sicherheit bietet, meine ich auch, wenn ich von «sich eine Insel bauen» spreche – darauf kann Mia noch so oft vorbeischauen, wie sie möchte – diese Insel kann sie mir nicht wegnehmen.

Stay strong!

Andrea

 

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Zwischen Oben und Unten

Hallo aus Australien!

Auch schon gehört, dass einen das Reisen weiterbringt? Zumindest hat es in mir einige Gedanken geweckt und ich habe bereits einige Texte verfassen müssen (vom Textgeist getrieben, wie immer!). Ein grosses Thema in meinem Leben ist die Ambiguität (Mehrartigkeit) unseres Daseins. Instagram spielt eine wichtige Rolle, denn immer mehr sprechen mich eher negativ auf die Oberflächlichkeit dieser Welt an. Doch vielleicht hat gerade die Oberfläche auch Vorteile und wird als Gegenpol für die Tiefsinnigkeit zum Ausgleich benötigt? Muss ich wirklich jeden einzelnen Moment für mich selbst behalten, damit er Tiefe beanspruchen darf? Oder können Mitmenschen einen Mehrwert aus meiner Weltansicht ziehen? Hier ist der zugegebenermassen ziemlich «random» Text dazu.

Heutzutage scheint das Reisen ganz kommun und alltäglich zu sein, jeder kann es sich leisten und die Mittel und Wege sind einfach zugänglich geworden. Laut Instagram sollte man sich sogar gezwungen fühlen, in die Ferne auszureissen und tolle Bilder zu schiessen, schliesslich muss man mithalten können. Doch wie es bei vielen Trends der Fall ist, vergisst man oft die tiefere Bedeutung eines Lifestyles. Wie ein Eisläufer kratzt man zwar kunstvoll an der Oberfläche eines gefrorenen Sees, bewundernde Blicke der Zuschauer treiben einen an, jedoch bleibt einem die darunterliegende Welt verborgen. Kein Wunder, es ist einfacher, leichtfüssig auf dem Eis zu tanzen anstatt sich in die kalten, dumpfen Tiefen des Wassers zu wagen. Die Frage stellt sich natürlich, weshalb sich einer die Qual des auf-den-Grund-gehens antun sollte, wenn der Nutzen der Kunst am Tageslicht doch so viel grösser scheint. Auch ich finde grundsätzlich nichts Verwerfliches dabei, das Leben manchmal einfach Kopflos zu geniessen und zu tanzen. Aber geht dabei nicht die bewusste Erfahrung und Weiterentwicklung verloren?

Beide Arten, auf das Leben zuzugehen, haben ihre Berechtigung. Die eine scheint mir sehr mutig, aber zäh; die andere unbeschwert, jedoch unreflektiert. Wer sein Leben in der Tiefe des Wassers verbringt, bewegt sich auf dem Grund des eigenen Bewusstseins und hat Zugang zu Welten, die sich stetig neu erschaffen. Wer sein Leben wiederum schwerelos lebt, verpasst Chancen, sich selbst wirklich kennenzulernen und grossartiges Wachstum zu erleben. Der Taucher, der es wagt, seine Welt nach oben zu tragen und anderen Menschen zugänglich zu machen, wird die Umstehenden mit einem ganz einzigartigen Tanz auf dem Eis in den Bann ziehen. Das eigene Wachstum zu teilen, die eigene Persönlichkeit mit allen Emotionen auszuleben und nach oben zu tragen bewegt die Welt wirklich, während das Zurückziehen in die Unterwelt die neu gewonnene schöpferische Kraft nicht aktiviert. Der Tänzer wiederum, der es wagt, sich dem dunklen Wasser zu stellen, wird plötzlich neue Kreise ziehen und die Stille Unterwasser als Ausgleich geniessen.

Diese Wechselwirkung von Tiefgründigkeit und Leichtfüssigkeit macht den Menschen im Spannungsfeld zwischen Unten und Oben aus. Ich habe beide Extreme in meinem Leben und finde das Wechselspiel dieser beiden Pole hochinteressant, denn ich mag es, mich in der Spannung kreativ auszuleben. So gehören erlebten Momente in meiner Welt immer zwei Seiten. Einerseits teile ich sie auf Instagram, der Oberfläche, um mein Leben «auszustellen»; bzw. meine Art, die Welt zu sehen, zu teilen. Andererseits habe ich mich schon an Orte in mir selbst begeben, die es mir ermöglichen, Momente auf tiefe Art und Weise zu erleben und aus den Lektionen des Lebens zu wachsen. Meine Einstellung ist es daher, Momente an der Oberfläche mitzuteilen, jedoch mit Inhalt zu verbinden, der authentisch ist und meiner Weltansicht entspricht – in der Hoffnung, anderen meine Perspektive aufzuzeigen.

Hier ein kleiner Moment aus meiner Welt:)

Eure Andrea

Rüttle deinen Stoffwechsel wach!

Auch wenn ich mir damals selbst als Geist erschienen wäre, hätte ich mir nicht geglaubt, dass ich jemals eine lockere Beziehung zum Thema Ernährung erreichen würde. Die Rede ist von der Zeit, als ich über ein Jahr genau 1500kcal pro Tag oder weniger konsumiert habe, obwohl ich bereits fast täglich ein hartes Training absolvierte. Man könnte daraus schliessen, dass ich eine Zeitlang sehr dünn gewesen sein musste. Oh nein! Im Gegenteil. Mit viel Mühe konnte ich meine 63 Kilos halten, denn mein Körper hatte sich an diese deutliche Unterernährung über die Zeit gewöhnt und den Stoffwechsel heruntergeschraubt.

Auch der Diabetes wurde zum Feind, denn nicht selten stürzte mein Blutzucker in die ungemessene Tiefe der Verzweiflung, wodurch ich den Kohlenhydratmangel mit Zucker ausgleichen musste und schlussendlich trotzdem «mehr» gegessen habe. Deswegen versuchte ich, noch weniger zu essen, um die Zuckeraufnahme zu kompensieren. Wie zu erwarten verstärkte sich dadurch der Effekt nur, denn als mir somit 1300kcal für normales Essen blieben, stürzte der Blutzucker nur noch mehr in die Tiefe. Dass ich meinen Stoffwechsel zerstört haben könnte, kam mir erst spät in den Sinn. Dies zu akzeptieren war nicht einfach, denn meiner Meinung nach «machte ich doch alles richtig».

Es war wieder einmal Zeit für eine Veränderung. Im Kontrollierten Mass habe ich die Kalorien langsam gesteigert, bis ich 1700 essen konnte, ohne mich «fett» zu fühlen. Pizza und andere Nahrungsmittel auf meiner Blacklist lagen für mich noch nicht drin, dagegen wehrte sich mein Geist einfach zu sehr. Doch auch diesen Sprung durfte ich noch vor ca. einem Jahr schaffen. Anfangs habe ich durch das Kaloriensteigern etwas zugenommen, jedoch hat sich mein Stoffwechsel gut angepasst und konnte immer mehr Essen bewältigen. Mein Hungergefühl war zurück, der Diabetes pendelte sich wieder ein und mit der Zeit hat sich mein Gewicht normalisiert.

Seither habe ich meine Kalorien weiter gesteigert und durfte herausfinden, dass mein Stoffwechsel mehr schafft, als ich es ihm jemals zugetraut hätte. Inzwischen schreibe ich meine Kalorien nicht einmal mehr auf! Aber gefühlsmässig schlemme ich mehr als 2000kcal pro Tag. Und wisst ihr was? Mein Gewicht ist bei 61kg konstant, zunehmen geschieht nur durch Wassereinlagerungen nach einem grossen Essen, welche dann nach einigen Tagen wieder verschwinden. Im Alltag bin ich fit und leistungsfähig beim Lernen. Natürlich ist es mein Ziel, das Körpergewicht weiter zu reduzieren – jedoch ohne dabei meinen Stoffwechsel ausser Gefecht zu setzen. Momentan esse ich bewusst, viel, verzichte auf nichts aber halte Mass und trainiere hart. Diese Kombination ist die perfekte Ausgangslage für mich, um mit meinem Körper alles erreichen zu können.

Meine Tipps, wie ihr euren Stoffwechsel pushen könnt:

  • Die Kalorienzahl langsam steigern auf individueller Basis. Ein guter Richtwert sind 50-70kcal die Woche. Auf diese Weise kann sich der Stoffwechsel gut angewöhnen und du nimmst nicht zu!
  • Kalorien tracken: Weisst du eigentlich, wie viel du verbrennst? Ich komme auf über 3000kcal pro Tag, wie ich mit meiner Polar Pulsuhr herausgefunden habe! Wer käme da noch auf die Idee, 1500kcal zu essen?! Den täglichen Verbrauch zu sehen gibt dir Sicherheit und du weisst, wie viel du eigentlich essen könntest, wenn dein Stoffwechsel erst wieder auf Touren kommt!
  • «Leeres Essen» ade! Wer wenige Kalorien zu sich nimmt, wird mit der Zeit ein echter Kalorientrickser: Fast schon kalorienfreie Gerichte wie «Low-carb Nudeln» mit Gemüse sind das täglich Brot. Weg damit! Lieber vollwertige Dinkelnudeln mit gesunden Fetten kombiniert geniessen, damit der Körper wieder lernt, Nährstoffe zu verarbeiten. Der Unterschied wird an Haut, Nägeln, Ausstrahlung und Konzentrationsfähigkeit fühlbar werden.
  • Bewegung! Je mehr du zu dir nimmst, desto leistungsfähiger wird dein Körper! Jetzt ist die perfekte Zeit, um deine Trainingsintensität zu steigern. Deine Trainingsfortschritte werden dich überraschen und vor allem die zurückgekehrte Motivation.

Mit diesen Tricks wünsche ich euch einen wintersonnigen Start in die Adventszeit. Wenigstens sollte das Kaloriensteigern kein Problem darstellen, einfach Zwei Plätzchen pro Tag zum Kaffee geniessen;)

Eure Andrea

 

Minimaler Aufwand, konstante Form

Der Fitnesslifestyle gleicht einem Ringkampf zwischen „fitness“ vs. „life“, mit Style natürlich – und du bist mitten drin. Entweder ragt der Fitnesswille siegreich über dem Leben empor, oder zu anderen Zeiten gewinnt das gute alte Leben die Überhand. Im Idealfall beherrscht weder das eine das andere, was motiviertes Dranbleiben, ohne davon besessen zu werden, ermöglicht. An diese Balance appelliere ich bekanntlich am liebsten;). Doch genug von idealistischen Ausschweifungen und zum Thema: Wir beschäftigen uns damit, wenn die Fitness eine zeitlang zu kurz kommt, so wie es bei mir der Fall war. Dafür helfen euch meine Erfahrungen verbunden mit Tipps, wie ihr Turbulente Zeiten unbeschadet überstehen könnt.

Es begann damit, dass ich im Training schneller an meine Grenzen gestossen bin und keine Lust zum Trainieren verspürte. Normalerweiser stelle ich mir nicht einmal die Frage, „ob ich ins Training sollte“ – ich gehe einfach, Kopf runter, Augen zu. Die Augen wurden mir aber aufgesperrt, als sich die äusseren Trainingsumstände verändert haben und ich mir gezwungenermassen ein neues Gym suchen durfte. Am ersten Ort konnte mich die herrschende Atmosphäre nicht begeistern und die Anfahrt dauerte 20min, jedoch blieb ich 6 Monate, denn das Abo  war bezahlt. Mein Freund wählte einen anderen Trainingsort, was ebenfalls eine neue Situation für mich darstellte, denn wir haben uns im Training stets motiviert und unterstützt. Wo bleibt jetzt mein Spotting-Partner, wenn mir die Langhantel auf die Brust fällt (letzte Woche passiert, juhu!)? Zudem arbeite ich und studiere vollzeit, was einem zeitweise auch über den Kopf wachsen kann. Dies und mehr häufte sich über ein halbes Jahr an, als Resultat hat mein Einsatzwille im Training darunter gelitten. Glücklicherweise war ich mir in jeder Situation bewusst, wo das Problem lag. Durch Umdenken habe ich mit jedem Hindernis eine Strategie entwickelt, wie ich mich trotz allem selbst motivieren kann. Diejenigen, welche mir auch für euch hilfreich scheinen, will ich euch nun mit auf den Weg geben.

  • Split verkleinern: Der Körper sollte sicher einmal pro Woche durchtrainiert werden, das heisst, jeder Muskel wird gereizt. Dies kann man in einer einzigen Einheit schaffen, jedoch macht dies für den Muskelaufbau normalerweise nicht wirklich Sinn, da die Intensität und Konzentration darunter leidet. Meistens wird in einem 3er- oder 4er-Split trainiert, ich persönlich bevorzuge ersteren. Vor der Zeit hatte ich im 4er-Split trainiert, also musste ich mind. Vier mal die Woche zum Training, um alle Muskeln zu reizen. Als ich aber meine Belastung reduzieren wollte, lag es nahe, den Split einfach zu verkleinern, damit ich mir weniger Stress wegen den „Pflichteinheiten“ machen musste. Drei mal statt Vier mal Training ist schon ein grosser Unterschied und hat mich enorm entlastet – eine perfekte Möglichkeit, um sich einen Ruhetag mehr zu gönnen.
  • Trainingseinheiten minimieren: Wie oft muss man tatsächlich trainieren, um die Form halten zu können? Wer natural unterwegs ist, braucht bloss seinen Split einmal pro Woche duchzuziehen! Ergo habe ich mir ein Minimum an Trainingseinheiten pro Woche gesetzt, welches mir keinen Stress auslöste und mich nicht belastete, das heisst ca. 2-3 Mal die Woche. Dieses Ziel konnte ich gut erfüllen, was mir wieder ein positives „Ich habe meine Vorgaben erreicht“-Gefühl beim Training geschenkt hat.
  • Trainingsdauer verkürzen: Wenn ich mental gar nicht fit fürs Training war, nahm ich mir vor, einfach „ganz kurz“ hinzugehen, bzw. überhaupt ins Gym zu fahren. Diesen Effort sollte ja im Bereich des menschenmöglichen liegen. Das Positive daran ist, dass ich meistens trotzdem länger trainiert habe, da man, sobald sich der Trainingsflow einstellt, auch mental wieder mitspielt.
  • Erwartungen runterschrauben: Es gibt nichts vernichtenderes als das Gefühl, zu versagen. Eigentlich ist „Versagen“ ein relativer Zustand, der sich an den eigenen Zielen orientiert. Erfüllt man sie nicht, hat man versagt. Daher ist es unsere wichtigste Aufgabe Ziele so zu stecken, damit sie erreichbar sind. Auf diesem Wege vermeidet man Selbstsabotage und einen möglicherweise dauerhaften Sinnverlust an einer geliebte Tätigkeit nur aufgrund des Stempels „versagt“, „das konnte ich mal besser“.

Insgesamt geht es darum, die Ansprüche an sich selbst situationsgemäss anzusetzen und Ziele erreichbarer zu gestalten. Die 20/80 Regel darf in solchen Zeiten mit gutem Gewissen herbeigezogen werden: Gib 20% Einsatz und erreiche trotzdem 80% deiner Ziele. Fitness ist und bleibt ein mind game und man muss es nur gut genug kennen, um zu wissen, wie es gespielt wird.

Hoffentlich dürft ihr momentan die Balance leben und durchstarten!

Gute Nacht, eure Andrea

 

 

Ein Lebenszeichen!

Guten Abend ihr Lieben!

Ungefähr sechs Monde habe ich nichts mehr von mir hören lassen und trotzdem hat dieser Blog an „Followern“ und „Likern“ dazugewonnen. Das hat mich sehr gefreut und zum Weitermachen ermutigt, ja sogar gedrängt! Deshalb sende ich euch hiermit ein schriftliches Lebenszeichen mit dem Versprechen, dass bald mehr folgen wird.

Im letzten halben Jahr hatte ich einfach den Kopf zu voll, um seinen Inhalt in Schrift zu entleeren – paradoxerweise. Im Bereich Fitness hat sich einiges getan. Unser geliebtes Fitnesscenter musste leider kurzum schliessen, was auch für mich eine starke Neuorientierung bedeutete. Es wurde mir bewusst, wie sehr der Geist meiner Motivation und der selbstverständliche Durchhaltewille mit der Energie des nun verlassenen Fitnesscenters zusammenhing, denn wiederfinden durfte ich diese erst seit kurzem. Viele Unterschätzen das Mind-Set im Fitness- und Bodybuildingsport, denn ohne klare Einstellung kannst du beobachten, wie dein Fortschritt schweigt.

Obwohl dies während einiger Zeit der Fall war, durfte ich meinen Trainingslevel sowie mein Körperfett erhalten, in einigen Bereichen sogar verbessern. Dadurch habe ich an Vertrauen in meinen Körper dazugewonnen und selbst erfahren dürfen, dass ein ehrlich und natural aufgebauter Körper auch eine anstrengende Phase locker überdauern kann.

Der nächste Beitrag wird euch meine Strategien verraten, wie ihr in einer schwierigen Zeit euch selbst und euren Training treu bleiben könnt und euren Fitnesslevel erhaltet.

Danke für eure wertvolle Unterstützung!

Love, Andrea

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Intelligenter Optimismus

Ich habe meine erste Prüfung nicht bestanden – und das an der Uni. Doch dem Ärgernis sei Einhalt geboten, denn verloren habe ich nicht, sondern an einer weiteren Lektion des Lebens teilgenommen.

Einem negativen Ereignis etwas Positives abgewinnen – dafür spricht viel, viele falsche und wenige hilfreiche Gründe. „Scheinheiliger Optimismus“ nennt sich das, wer seinen vorgegaukelten Optimismus zu allen rausposaunt, nur um sich, sobald zu Hause die Tür ins Schloss fällt, selbst zu bemitleiden. Denn nur vorzugeben, man werde mit einem Säbelstich ins Herz ganz leicht fertig, liegt eher am Stolz als an wahrhaftiger Zuversicht. Niemand fühlt sich dadurch besser, nicht einmal du.

Schade eigentlich. Denn wer sich Zeit lässt, seine Situation erst zu analysieren und dann erst darüber zu sprechen, könnte auf ziemlich faszinierende Gedanken kommen! So lässt sich nämlich das wahrhaft Positive an einer Sache herausschälen. Das Beispiel einer Prüfung ist sehr passend: Angenommen, du rasselst wie ich durch einen Test durch. Entweder, du legst das Blatt aus der Hand und kümmerst dich um deine Zukunft, lernst aber nichts aus der Situation und verdrängst die damit verbundene Lektion – oder du nimmst dir die Zeit, willst einfach wissen, was du falsch gemacht hast. Es muss doch irgendeinen Grund geben, weshalb du nicht bestanden hast. Vielleicht steckt ja ein Prinzip dahinter, dass dir beim nächsten Mal weiterhilft, du findest eines und hast nun jeden Grund, mit Zuversicht weiterzugehen. Denn sie ist nicht nur vorgespielt, sondern verinnerlicht, du kannst deine Erfolgsaussichten an etwas festmachen.

Ich habe also mein Resultat erfahren und wusste erst gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Sofort sah ich den enormen Haufen an Arbeit vor mir liegen, den ich in den Semesterferien nun zusätzlich zu bewältigen habe. Erst am Abend hatte ich wieder meinen Gest beisammen und machte mir Gedanken, wofür diese Lektion des Lebens denn stehe. Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass nichts ohne Grund geschieht… Und den Grund habe ich für mich gefunden, weshalb es so gekommen ist: Nun kann ich es anderen Menschen wirklich nachfühlen, wenn sie eine Prüfung nicht bestehen. Ich durfte meine wahre Empathie ausweiten –  wenn das kein Grund ist, eine nicht-bestandene Prüfung als positive Lektion zu betrachten?

Negative Ereignisse sind also Lektionen und niemals für nichts. Wer sich traut, diese zu bestehen, gewinnt an Fähigkeiten dazu. Luftleere Zuversicht aber, um anderen Eindruck zu schinden, vergeuden sie.

In diesem Sinne: Niemals aufgeben, immer nach der Lektion fragen.

Eure Andrea:)

Diet Diaries 5: Wendepunkte überwinden

Sie ist da: Die Diät Phase, in der alles ins Wanken gerät…

Die Diät kann im Leben schnell Mal in den Hintergrund treten, wenn sich grössere Ereignisse abspielen. Wessen Leben bleibt schon während mehreren Wochen konstant? Irgendwann kommt der Zeitpunkt und eine hohe Prüfung, Ferien, Familienessen oder oftmals negative Ereignisse klopfen an die Tür. Genauso geschah es vor 2 Wochen in meinem Leben. Zwei Wochen war ich nun inkonsistent mit meiner Diät. Wie weiter, wenn man sich aufgrund von Lebensereignissen eine Zeit lang im Essen verliert?

Dass die Ernährung direkt dem Leben folgt, wird einem in solchen Situationen wieder klar. Und es ist Zeit, zu reflektieren, inwiefern du auch dein Leben bzw. deine Einstellung zum Leben ändern kannst, damit die Ernährung dem in gewollter Weise folgt. Führe dir nochmals vor Augen: Mein optimaler Körper ist mein Ziel. Dass ich dies für kurze Zeit aus den Augen verloren habe heisst nicht, dass dieses Ziel nicht mehr existiert! Im Gegenteil. Jetzt kannst du dir beweisen, dass du ein/e Kämpfer/in bist! Negative Emotionen haben durchaus Platz in deinem Leben, aber deine Ziele auch. Lass dich nicht mehr runterziehen, als nötig – strebe nach dem, was dir wirklich wichtig ist und das zu verändern in deiner Hand liegt! Und das Wichtigste: Schau nach vorne, sei positiv zum Leben eingestellt, gib jeder Lebenslage ihren Platz. Aber lass neben ihnen genügend Platz für dich und deine Ziele.

Vielleicht hast du in deiner „Off-Zeit“ etwas an Gewicht zugelegt. Doch Panik ist hier falsch am Platz. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne verlierst du nicht deinen kompletten Fortschritt. Die gute Nachricht ist nämlich, dass das meiste der Zusatz-Kilos unser gepriesenes Wassergewicht ist. Der Körper reagiert während eines Defizit extremer auf Veränderungen in der Essgewohnheit, um jede zusätzliche Kalorie ist er dankbar – und speichert fröhlich Wasser ein, um sich endlich wieder auf seinem Ausgangsgewicht ausruhen zu können. Sobald zur Diät Ernährung zurückgekehrt wird, normalisiert sich der Wasserhaushalt wieder. Und nach einer Woche seid ihr wieder auf dem letzten Stand, die zugenommenen paar Gramm Fett haben sich dann nämlich auch verabschiedet.

Viel Motivation und Erfolg an euch!

Eure Andrea

 

 

Sind „Instagram-Zutaten“ wirklich notwendig?

Meine Lieben,

Oftmals stosse ich auf Instagram auf leckere Rezepte. Die Bilder sehen immer verlockend aus – und der Kuchen soll sogar noch gesund sein! Also lese ich mir das Rezept durch. Zutaten wie „Instant Oats“, „Kokosmehl“, „Proteinpulver von Marke xy“, „Mandelmehl“, „Kakaonibs“, „Kokosblütenzucker“, „Mandelmilch“ etc. sollen fast immer in den Kuchen rein. Aber wer bitteschön hat denn diese Zutaten zuhause?

Das fragen sich die Köchinnen dieser Rezepte wahrscheinlich auch, jedoch werden sie oftmals dafür bezahlt, solch exotische Ingredienzien zu verwenden. Scrollt man nämlich durch die Bilder, wird diese Person meist von einem Fitness Shop gesponsert. Das erklärt dann wohl auch, weshalb „Protein von dem besagten Fitnessshop“ in den Kuchen muss. Die Wahrheit ist: Es geht wirklich auch einfacher, ohne an gesunder Qualität einbüssen zu müssen. Ihr könnt die Zutaten folgendermassen ersetzen:

  • Instant Oats mit normalen Haferflocken
  • Kokosmehl mit normalem Vollkornmehl oder Proteinpulver
  • Mandelmehl mit Proteinpulver oder Vollkornmehl
  • Kakaonibs mit dunklen Schokoladenstücken
  • Kokosblütenzucker mit beliebigem Süssstoff
  • Flavdrops mit Backaromen

Einzig das Proteinpulver finde ich sinnvoll, es erhöht die Masse des Gebäcks, gibt Geschmack und Süsse. Ausserdem ist ein hoher Eiweissgehalt immer wünschenswert, da das Gebäck so wirklich satt macht. Auf die Marke müsst ihr aber NICHT achten, Geschmack und Marke sind völlig austauschbar!

Um gesunde Backwaren herzustellen, braucht ihr nur folgendes:

  • Proteinpulver (siehe oben)
  • Künstliche Süsse, die den Zucker ersetzt. Spart massenweise Kalorien und verhindert den ungesunden Blutzuckeranstieg, wie es bei normalen Gebäcken der Fall ist.
  • Magerquark oder Apfelmark, um das Gebäck saftiger zu machen. Da oft zusätzliches Fett in den Proteingebäcken fehlt, werden sie ohne weiteren Zusätze zu trocken. Einfach experimentieren – meiner Erfahrung nach reicht 50g für 30g Protein.
  • Haferflocken als Mehlersatz, da sie länger sättigen und das Gebäck sehr luftig wird.
  • Ei, um die Masse zusammenzuhalten.
  • Verzichtet auf Fettzusätze, sie sind nicht nötig!

Alle weiteren Zutaten sind blosse Zusätze!

Ich hoffe, dieser Beitrag hilft einigen, die noch neu im Fitness lifestyle sind. Schärft euren Blick und mach nicht einfach alles nach, was im Instagram beschrieben wird. Experimentiert mit den oben genannten Zutaten selber!